Antiziganismus sichtbar gemacht: über die Bildungsarbeit mit filmischen Repräsentationen

mit Radmila Mladenova

Anti-Rassismus, ganz einfach formuliert, wird oft so verstanden: wir, die „weißen“ Menschen, sollen den „farbigen“ Menschen als gleichwertige behandeln. Wer ist aber „weiß“ und wer „farbig“ oder sogar „schwarz“? Welche Werte sind mit diesen Hauttönen verknüpft? Durch die Parallele zwischen „blackface minstrel shows“ in den USA und „Zigeuner“-Filmen aus Europa wird die Herstellung von Weißsein im Film thematisiert, wie beispielweise durch den Einsatz von Kostümen, Schminke und Licht. Anhand von Filmausschnitten wird veranschaulicht, wie „Zigeuner“-Figuren systematisch in der Geschichte des Kinos – bis heute – benutzt werden, um Weißsein den jeweiligen nationalen Mehrheiten zuzuschreiben.  Der Vortrag weist konkrete Bildungsansätze in der Arbeit mit fotografischen und filmischen Repräsentation auf: Ziel ist es, (unbewusste) rassistische Wahrnehmungsmuster / Darstellungskonventionen bewusst und sichtbar zu machen.

Radmila Mladenova arbeitet mit Wörtern und Bildern als Literaturwissenschaftlerin, Schriftstellerin, Journalistin und Übersetzerin. Sie studierte „Anglistik und Amerikanistik“ in Sofia (Bulgarien), „Kultur im Prozess der Moderne: Literatur und Medien“ in Mannheim und jetzt promoviert über „The ‘white’ mask and the ‘gypsy’ mask in eurocentric film“ am Slavischen Institut in Heidelberg.

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