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Mensch von Baum gestürzt und gestorben – Aktivistis fordern sofortigen Einsatzstopp im Hambacher Forst

Erschütternde Nachricht aus dem Hambacher Forst. Wir schicken solidarische und mitfühlende Grüße in den Wald und an alle Menschen, die sich betroffen fühlen.

„Ein Freund, der uns seit längerer Zeit im Wald journalistisch begleitet hat, ist heute von einer über 20 m hohen Hängebrücke in Beechtown gefallen und gestorben. Zu dem Zeitpunkt wurde von Polizei und RWE versucht das Baumhausdorf zu räumen. Das SEK war gerade dabei einen Aktivisten in der Nähe der Hängebrücke festzunehmen. Der Mensch war anscheinend auf dem Weg dorthin, als er stürzte.

Wir sind zutiefst erschüttert. Alle unsere Gedanken und Wünsche sind bei ihm. Unser Mitgefühl geht an all die Angehörigen, Freund*innen und Menschen, die sich betroffen fühlen.

Wir fordern die Polizei und RWE auf, den Wald sofort zu verlassen und diesen gefährlichen Einsatz zu stoppen. Es dürfen keine weiteren Menschenleben gefährdet werden.

Was jetzt nötig ist, ist ein Moment der Ruhe.

Mitteilung der Aktivisti, Quelle: https://hambacherforst.org/blog/2018/09/19/mensch-von-baum-gestuerzt-aktivisti-fordern-sofortigen-einsatzstopp-im-hambacher-forst/

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Fähren statt Frontex – Seenotrettung ist kein Verbrechen

Auf der Seebrücken-Demo am Wochenende sind erneut hunderte in Heidelberg auf die Straße gegangen um gegen die Kriminalisierung von Seenotrettung und für sichere Fluchtwege zu Demonstrieren. Unseren Redebeitrag von der Demo gibt es hier zum nachlesen.

„Wir können nicht länger ignorieren, dass seit 3 Jahren Tausende Menschen im Mittelmeer ertrinken und dass der Tod dieser Menschen in Europa politisch gewollt ist. Wir hören es jeden Tag und sind daher abgestumpft, aber diese Tatsache muss man mal ernsthaft an sich heran lassen! Tausende Menschen werden bewusst sterben gelassen.
Wer lässt diese Menschen sterben? Es sind nicht nur „die Politiker“, „die Reichen“, „das Establishment“ oder „die Faschisten mit ihrer kranken Rassenideologie“. Es ist die Mehrheitsgesellschaft in gesamt Europa! Und alle wissen es! Es ist nicht so, dass die Nachricht des Leides durch die Medien zensiert wird, Menschen nicht darüber sprechen oder Tatschen geschönt werden.

Das ist das große Dilemma. Da stehen wir als Linke und denken: es fehlt nur an Aufklärung! Die Menschen müssen nur erfahren was für ein Unrecht geschieht, dann schafft sich die Freie Gesellschaft schon von selbst. Das ist das Verrückte: Wenn hier Banner gehalten werden mit der Forderung „stoppt das Massensterben im Mittelmeer“, dann sagt die Mehrheitsgesellschaft einfach: „Nein, machen wir nicht!“ Wie kann das sein? Ist in den letzten 3 Jahren die Hälfte der Menschheit zu gewissenlosen Unmenschen mutiert? Sind wir die einzigen Menschen denen der Tod von Tausenden nicht egal ist? Wenn wir durch diesen Irrsinn nicht zum misantropischen Eremiten auf einer Landkommune werden wollen, bleibt uns als Linke nur die Auseinandersetzung mit
genau diesem Irrsinn!

Warum also akzeptieren die Menschen in Europa das Sterben Tausender? Es ist eine eiskalte Logik die unserer Gesellschaft durchzieht. Eine Logik die das Sterben notwendig erscheinen lässt. Eine Logik die Grenzen, Abschottung, Konkurrenz und Volksgemeinschaften als natürlich erscheinen lässt. Eine Logik die Nationen und Nationalitäten, Reisepässe und Visa, Waffenexporte und Profitmaximierung als Selbstverständlich erscheinen lässt. Das ist der Wahnsinn des Alltags! Millionen Menschen verhungern während massenhaft Lebensmittel vernichtet werden. Kriege werden mit den Waffen geführt, die Deutschland zum Exportweltmeister machen. Dürren und Überflutungen sind direkte Folgen vom Kohleabbau, wie im Hambacher Forst, wo in diesem Moment tausende Polizisten AktivistInnen von den Bäumen prügeln! Und all das sind Fluchtursachen! Genau dieser verrückte Alltag lässt Menschen um ihr leben schwimmen. Und wie krank und pervers ist es dann dass wir, als Verursacher*innen dieses Leides, die Menschen die von diesem Wahnsinn betroffen sind ertrinken lassen!
Es ist Zeit für ein Umdenken. Es ist Zeit für ein großes NEIN zu diesem Alltag, dieser
Logik, dieser Natürlichkeit und dieser Gleichgültigkeit.

Wenn wir endlich begreifen, wie willkürlich Nationalitäten sind. Wie zufällig es ist wo
wir geboren sind und wie zu tiefst ungerecht es ist dass manche Menschen alles
besitzen und andere nichts. Wenn wir das wirklich ernsthaft begriffen haben, dann ist
klar, wie grausam Grenzen und Nationen sind, die diese Ungerechtigkeit zementieren!
GRENZEN SIND MENSCHENFEINDLICH! NATIONEN SIND MENSCHENFEINDLICH!

In diesem Sinne, no Borders no Nation! Lasst uns dem Wahnsinn des Alltags den
Kampf ansagen!“

A+C Kneipe am Freitag, den 21. September

Hambacher Forst: Rettet er die Welt – oder was soll die Arbeit?

Das Sommerloch ist zu Ende und der nächste gesellige   A+C Kneipen-Abend steht an, juchu! Aus aktuellem Anlass wollen wir uns mit dem Hambacher Forst und den Protesten dort beschäftigen.

Los geht’s um 19:30 Uhr im Café Gegendruck, Fischergasse 2, HD-Altstadt. Kommt vorbei!

Übrigens: Ab jetzt findet unsere Kneipe immer am dritten Freitag im Monat statt (nicht mehr am ersten wie bisher).

 

„Kohle Stoppen – Klima retten“ das Rezept scheint klar, denn die Braunkohle ist maßgeblich mitverantwortlich für die aktuellen Klimaveränderungen. Deutschland, als weltweit größter Braunkohleförderer, ist durch die Anti-Kohle Bewegung im Rheinland gleichzeitig zu einem der Brennpunkte der Anti-Kohle-Proteste geworden. Die Besetzung des Hambacher Forst ist dabei eines der wichtigsten Symbole des Widerstands gegen die Braunkohle und die sinnlose Verschwendung natürlicher Ressourcen durch die kapitalistische Wirtschaftsweise.

Doch der Kampf um den Forst ist kräftezehrend und angesichts der immer weiter fortschreitenden Rodungen durch RWE scheint er häufig aussichtslos. Fast täglich gibt es neue Meldungen über Gewalt und Schikanen der Polizei. Trotz der erfolgreichen Besetzung seit 6 Jahren, setzt die Polizei alles daran, dass die diesjährige Rodungssaison die letzte ist.

Lohnen sich also Kämpfe wie die um den Hambacher Forst oder sind sie nur eine Verschwendung unserer Kräfte angesichts der Aussichtslosigkeit der Situation und der schieren Übermacht der Polizei & Konzerne? Diese Frage wollen wir uns in der nächsten Kneipe stellen und dabei keineswegs mit der Pessimismus-Keule die Motivation für die anstehenden Proteste klein halten, sondern zu einer kritischen Reflexion über Sinn und Zweck der Proteste anregen. Die Kneipe soll auch Informations- und Vernetzungsort für die Aktion EndeGelände und Aktion Unterholz sein. Denn noch gilt Hambi bleibt!

Save the Date – Tagung zur Kritik der Prostitution!

Am 24. und 25.11.2018 veranstalten wir als Teil des feministischen Bündnisses in Heidelberg ein Tagungswochenende.

Ziel der Tagung ist die kritische Auseinandersetzung mit dem Phänomen Prostitution, das wir als Symptom eines hierarchisch angeordneten Geschlechterverhältnisses verstehen. In der in den letzten Jahren sehr emotional geführten Debatte werden Prostituierte nicht selten entweder zu feministischen Heldinnen verklärt oder es werden ihnen untugendhafte Eigenschaften unterstellt. Derlei moralisierende Betrachtung verstellt die Chance, sich die Wesenheit und Funktion von Prostitution als gesellschaftliche Institution zu erklären. Wir wollen daher im Tagungskontext einige ihrer Facetten analysieren, um das Phänomen erklärbar, verhandelbar und kritisierbar zu machen.

What else to know:

* Das detaillierte Programm bekommt ihr im September.
* Übernachtungsmöglichkeiten können nach Absprache bereitgestellt werden.
* Kulinarische Bedürfnisse können vor Ort befriedigt werden.
* Samstagabend gönnen wir uns die Zeit zum Weiterdiskutieren, Bier trinken und Vernetzen.

Wir freuen uns auf ein interessantes Wochenende mit Euch!

A+C Kneipe im August fällt aus!

Die monatliche A+C Kneipe fällt im August leider aus. Wir werden wieder im September für euch das Café öffnen um bei leckeren Getränken zu diskutieren und sich auszutauschen.

Ab September wird die Kneipe nicht mehr am 1. Freitag des Monats stattfinden, sondern am 3. Freitag des Monats. Starten werden wir dann mit einem Input zu Klima und Kapitalismus, im Hinblick auf die Ende Gelände Aktionen im Oktober und die nahende Rodungssaison im Hambacher Forst.

Bis dahin!

Podiumsdiskussion: 50 Jahre 68er – Freiräume auf dem Prüfstand

Spätestens seit der 68er Bewegung werden Freiräume in der (Stadt) Gesellschaft eingefordert. Sei es für Partys, politische Vorträge, den Lesezirkel oder das Malen des nächsten Banners. Die Entstehung der einzelnen Räume und ihr Selbstverständnis sind dabei aber mindestens so verschieden wie ihre Nutzung. Was sie in der Regel gemeinsam haben, ist der Anspruch der Selbstverwaltung und der unkommerziellen Nutzung.

Dass in der Mietshäuser Syndikatsinitiative SoKo OBG ein solcher Raum frei wird, wollen wir als Anlass nehmen die Entstehung, Nutzung und Bedetung einzelner (Frei)räume in Heidelberg zu beleuchten. Dabei soll die Podiumsdiskussion vorallem auch zu einer kritischen Reflektion über den Begriff Freiraum und seine Bedeutung anregen.

Auf dem Podium diskutieren wir mit: Rabatz (Hagebutze), Café Gegendruck, artes liberales – universitas, Collegium Academicum

Wann?
04.08.2018 | 19 Uhr
Ab 14:30h startet das Freiraumfest in der
SoKo OBG | Oberbadgasse 6 | HD Alstadt.

Wo?
artes liberales – universitas
Mittelbadgasse 7 | HD Alstadt

Die Veranstaltung findet im Rahmen des „Freiraumfest im Viertel“ statt.

NSU-Prozess: Straßen in Heidelberg nach Opfern des NSU umbenannt

Am Mittwoch endet der NSU-Prozess nach über fünf Jahren. Im Rahmen einer dezentralen, bundesweiten Aktion der Interventionistischen Linken haben auch wir in Heidelberg anläßlich dessen einige Straßen nach den Opfern des NSU umbenannt.

Wir wollen damit an die Opfer des NSU erinnern: Enver Simsek,Abdurrahim Özüdogru, Süleyman Tasköprü, Habil Kilic, Mehmet Turgut, Ismail Yasar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubasik, Halit Yozgat und Michèle Kiesewetter.

Der NSU-Prozess hat kein Licht ins Dunkle der rechten Terrornetzwerke gebracht. Im Gegenteil: Die Theorie des „isolierten Trios“ wird weiter verfestigt. Dabei wurden die Verstrickungen bis in höhere Ebenen des Verfassungsschutzes hinein völlig augeklammert. Zeugen starben auf mysteriöser Art und Weise an „Selbstmord aus Liebeskummer“ und „einer unerkannten Diabetes“ kurz bevor, bzw. auf dem Weg zu ihrer Aussage. In Hessen bleiben die NSU Akten für 120 Jahre unter Verschluss.

Wir fordern Aufklärung der Netzwerke und ihrer Verstrickung in staatliche Institutionen.
Wir fordern die Auflösung des Verfassungsschutzes.
Unsere Solidarität gilt auch in Zukunft den Betroffenen von rechter Gewalt.

Der NSU war nicht zu dritt!

Während der Aktion nahm die Heidelberger Polizei die Personalien von einigen AktivstInnen auf und leitete ein Verfahren wegen Sachbeschädigung an den Straßenschildern durch Aufkleber ein. Dabei ging sie unverhältnismäßig gegenüber Zeugen der Aktion vor. Als diese das Geschehen mit einer Kamera dokumentieren wollten, versuchten die Beamten ihnen die Kamera aus der Hand zu schlagen und gewaltsam zu entreißen. Wir fordern die Einstellung aller Verfahren.