Hervorgehobener Beitrag

Tagung Antifaschistische Pädagogik 29. + 30.4. in HD

Programm Tagung Antifaschistische Pädagogik 29. und 30. April 2017 in Heidelberg

Samstag
11:45 Uhr Begrüßung
12:10 Uhr Vortrag 1: Autoritarismus: Ziele und Aufgaben antifaschistischer Pädagogik mit Merlin Wolf
13:20 Uhr Vortag 2: Pädagogik im Nationalsozialismus mit Benjamin Ortmeyer
14:30 Uhr Pause: Mittagsoause
15:30 Uhr Vortrag 3: Politische Bildung seit 1945 und der Umgang mit der NS-Zeit – Ein kritischer Rückblick mit Katharina Rhein
16:40 Uhr Vortrag 4: Von der historisierenden Bildung zum Umgang mit rechten Einstellungen am Beispiel gewerkschaftlicher Bildungsarbeit mit Christos Kirizakis
17:50 Uhr: Vortrag 5: Chancen und Herausforderungen einer antifaschistischen Pädagogik an historischen Orten. Überlegungen zur Arbeit mit Jugendlichen in Gedenkstätten mit Annika Neubert
19:00 Uhr Ende

Sonntag
11:00 Uhr Vortrag 6: Zur Kritik antifaschistischer Pädagogik aus der Sicht kritischer Bildungstheorien mit Thomas Höhne und Daniel Burghardt
12:20 Uhr Vortag 7: “Der blinden Vormacht aller Kollektive entgegen arbeiten”. Versuche rassismuskritischer und antifaschistischer Interventionen in der Schule
mit Nadja Kaiser
13:30 Uhr Pause: Mittagspause
14:30 Uhr Vortrag 8: Pädagogische Strategien gegen Othering und Diskriminierung mit Malte Lohmeier
15:40 Uhr Vortrag 9: “Die Stimme erheben gegen den alltäglichen Rassismus”
– Die Seminare “Stammtischkämpfer*innen” des Bündnisses “Aufstehen gegen Rassismus!” mit Herbert Schmidt
16:50 Uhr: Vortrag 10: Antifaschismus und Erfahrung. Anmerkungen zu Theorie und Praxis materialistischer Bildungsarbeit am Beispiel der Falken mit Julian Bierwirth
18:00 Uhr Ende

Ort wird noch bekannt gegeben.

Die Tagung findet in Kooperation mit dem Studierendenparlament der Pädagogischen Hochschule, dem Studierendenrat der Universität, der Rosa-Luxemburg-Stftung Baden-Württemberg und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Heidelberg statt.

AfD Wahlkampfstand blockiert: Gerichtsverfahren eingestellt

Im Februar letzten Jahres wurde ein AfD Wahlkampfstand in Speyer von DemonstrantInnen blockiert. Die daraufhin herbeigerufene Polizei hat einen AfD-Gegner ohne erkennbaren Grund am Arm gepackt, zum Polizeiauto gezerrt und in Handschellen aufs Polizeirevier gebracht. In Folge dessen wurde dem Genosse wegen „Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte“ der Prozess gemacht. Das Verfahren wurde diese Woche vom Amtsgericht Speyer eingestellt, da „keine erkennbare Widerstandshandlung des Angeklagten“ auf Videos zu erkennen waren.

Hier findet ihr den Beitrag auf Indymedia von der Antifaschistischen Aktion Speyer/Schifferstadt zur Einstellung des Verfahrens und zur Aktion vom Februar 2016.

Das Vorgehen der Polizei ist leider typisch und nicht neu. Wer von der Polizei angegriffen wird, muss häufig auch noch mit den Folgen einer Anzeige wegen Widerstands rechnen. Wenn Ihr auf Aktionen selber Opfer von Polizeigewalt werdet, wendet Euch an die Rote Hilfe und verweigert die Aussage! Ihr seid nicht allein!

Ausstellung “Unterschiede, die einen Unterschied machen“

Vom 7. Februar bis zum 2. April 2017 im Heidelberger
Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma die
Ausstellung  “Unterschiede, die einen Unterschied machen“ statt.

Am Dienstag, den 7. Februar 2017 ab 19:30 Uhr wird die Ausstellung in
den Räumen des Dokuzentrums (Bremeneckgasse 2) eröffnet.

Neben der Ausstellung soll eine Veranstaltungsreihe inhaltlich für
Themen rund um Gleichstellung, Antidiskriminierung und Antirassismus
sensibilisieren. Die Veranstaltungen werden von über 30 Gruppen und Vereinen beigesteuert. In Zusammenarbeit mit dem Antidiskriminierungsreferat der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, dem Referat für Politische Bildung des Studierendenrates der Universität Heidelberg und dem Jungen Forum DIG Heidelberg organisieren wir als AKUT [+C] die szenische Lesung Mihail Sebastian´s Tagebücher mit Robert Stadlober und Thomas Ebermann, die die Gefährlichkeit nationalsozialistischen Denkens verdeutlicht.

Mehr zur szenischen Lesung „Voller Entsetzen aber nicht verzweifelt“
Mehr zur Ausstellung  auf Facebook
Mehr Infos zum kompletten Projekt hd-respekt

Workshop zur Neuen Rechten am 10.02.

Am 17.01.2017 verkündete das Bundesverfassungsgericht die NPD nicht zu verbieten. Diese sei zwar verfassungsfeindlich, eine ernstzunehmende Gefahr sei sie aber nicht. Gleichzeitig war das letzte Jahr von einem deutlichen Erstarken rechter Bewegungen geprägt.  Wie passt das zusammen?  Viel von dem, was gerade von rechts kommt, entstammt der sogenannten Neuen Rechten. Die Neue Rechte grenzt sich nicht nur inhaltlich von der NPD ab, sondern verfolgt auch andere Strategien.

Was es damit auf sich hat, wollen wir uns im Workshop genauer ansehen. Dabei zeigt sich, dass die theoretischen Bezüge der Neuen Rechten weit zurückreichen. Nach einem Input zu ihrer Entstehung wollen wir uns ihr aktuelles Auftreten ansehen.  In einer Gruppenarbeitsphase werden dabei die Schwerpunkte AfD, die Identitären, antifeministische Kampagnen und neurechte Strategien behandelt. In einer abschließenden Diskussion wollen wir gemeinsam Ideen entwickeln, wie wir mit der Neuen Rechten umgehen.

Wir freuen uns auf euch!
Kommt zahlreich!

16-20 Uhr in der ZEP, Zeppelinstr. 1
In Kooperation mit dem Stura der Uni HD.

Szenische Lesung: Voller Entsetzen aber nicht verzweifelt

Robert Stadlober und Thomas Ebermann spielen und lesen Mihail Sebastian

Am Donnerstag, den 23.02.2017 um 19:30 Uhr Theater im Romanischen Keller; Seminarstraße 3 / Heidelberg (Altstadt)

Robert Stadlober, seit seiner Darstellung des halbseitig spastisch gelähmten Internatsschülers Benjamin Lebert in „Crazy“ (2000) einer der Stars des jungen deutschen Kinos, liest aus diesem „ergreifenden Dokument des moralischen Verfalls einer Gesellschaft“ (Malte Herwig, FAZ). Davor gibt Thomas Ebermann, Publizist (u.a. für „konkret“) und Gründungsmitglied der „Grünen“, eine Einführung in den historischen Hintergrund der Tagebücher.

Mihail Sebastian, geboren 1907 als Iosef Hechter in der Donaustadt Braila, zog mit 20 zum Studium nach Bukarest und wurde bald zur „Jungen Generation“ gezählt, einer Intellektuellen-Gruppe um den Philosophen Nae Ionescu. Sebastians Tagebücher, 2005 auf Deutsch im Claassen-Verlag erschienen, dokumentieren die Fassungslosigkeit, mit der er auf die alltäglichen Erlebnisse reagiert, die ihm als Juden das gefährliche Potenzial nationalistischen Denkens verdeutlichen. 280.000 jüdische Rumän*innen fielen dem Holocaust zum Opfer, Sebastian überlebte und wurde 1945 ins Außenministerium berufen, starb jedoch im selben Jahr durch einen Autounfall.

In Zusammenarbeit mit dem Antidiskriminierungsreferat der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, dem Referat für Politische Bildung des Studierendenrates der Universität Heidelberg und dem Jungen Forum DIG Heidelberg.

Eintritt: gegen Spende

Die Ministerin lädt zum Gespräch über Studiengebühren…

Für diesen Dienstag, den 24. Januar, hat die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg, Theresia Bauer, verschiedene Gruppen, darunter auch uns, zu einer „Diskussion zu Studiengebühren für internationale Studierende und Zweitstudium“ eingeladen. Sie habe, so steht es in der Einladung „[i]n den letzten Monaten [..] viele Rückmeldungen zur geplanten Einführung von Studiengebühren für internationale Studierende und für das Zweitstudium erhalten. Dies möchte ich zum Anlass nehmen mit Ihnen in den Dialog zu treten, indem wir gemeinsam über das Thema diskutieren.“

Eine nette Sache könnte man meinen: Die Ministerin, die die Einführung von Studiengebühren plant, trifft sich mit Studierenden, die ihr in den letzten Monaten „Rückmeldungen“ gegeben haben, zu einem herrschaftsfreien Dialog, indem sachlich die Argumente ausgetauscht werden und am Ende ein Konsens erreicht wird. Die Folge: Die Ministerin kann dises Gespräch als legitimatorische Ressource nutzen, ihre Politik wie geplant durchzuführen, denn was soll denn eigentlich verhandelt werden? Auf der einen Seite steht Theresia Bauer als Repräsentantin einer Regierung, die Studiengebühren für internationale Studierende und für das Zweitstudium einführen möchte, auf der anderen Seite eine Konfliktpartei von größtenteils Studierenden, die gegen die Einführung – u.a. mit dem Hinweis auf die niedriger werdende Hemmschwelle, dass erneut allgemeine Studiengebühren eingeführt werden könnten – protestieren.

Dieser Protest hat seinen konflikthaften Ausdruck durch Demonstrationen und Kundgebungen gefunden und soll nun, einholt durch die Ministerin, in einer Diskussion befriedet und aus der Welt geschafft werden. Wie auch bei anderen Beteiligungsverfahren ist davon auszugehen, dass die Ergebnisse für ein in solchen Verfahren zur Diskussion gestelltes Thema bereits vor der Diskussion mit den ‚Bürger*innen‘ feststehen und diese lediglich von einer Seite medienwirksam zu legitimatorischen Zwecken benutzt werden können. Dabei bestimmt die Ministerin top-down, wie das Gespräch zu laufen hat: Sie lädt ein, bestimmt die Gesprächsteilnehmer*innen per Einladung, die Gesprächsagenda, die Themen, die Regeln und das Ergebnis. Oder ist es wahrscheinlich, dass Frau Bauer die Mehrheitsmeinung der anwesenden Studierenden insofern respektiert, dass sie sie auch politisch umsetzt?

Der Protest wird in eine herrschaftsförmige und ungleiche, von der Ministerin bestimmte Diskussion überführt: Konsens statt Konflikt ist das Ziel. Zudem kann davon ausgegangen werden, dass in der Wirkung der Einladung den negativen und als destruktiven bewerteten Demonstrationen ein positives und als konstruktiv bewertetes Bild eines Dialoges zwischen Ministerin und „ihren“ Studierenden gegenübergestellt wird. Damit einher geht in der Regel, das zeigen Schlichtungsverfahren wie das bei Stuttgart21, die Delegitimation von zivilen Ungehorsam und Protest auf der Straße, frei nach dem Motto: „Ihr hättet Euch ja an der Diskussion konstruktiv beteiligen können.“ Das kann und sollte nicht die Politik derjenigen sein, die es sich zum Ziel gesetzt haben, Studiengebühren zu verhindern und vor allem auf die unsoziale und soziale Ungleichheiten verstärkende Politik der Grünen-Ministerin hinzuweisen. Wir glauben nicht, dass Appelle an eine mögliche Vernunft der Regierung die richtige Form sind, eine vernünftige Gesellschaft einzurichten. Für uns gilt: der Protest auf der Straße bleibt unser Beitrag zur Diskussion.

Gegen den Naziaufmarsch am 14.01. in Karlsruhe

Am kommenden Samstag will die Gruppe „Karlsruhe wehrt sich“ in der Karlsruher Innenstadt aufmarschieren und die rassistische Hetze in den öffentlichen Raum hinein tragen.
Bereits im vergangenen Jahr gab es Gegenproteste. Daran soll am kommenden Samstag, dem 14. Januar 2017 angeknüpft werden.

Informiert euch!

Weitere Infos zu den Gegenprotesten gibt´s hier.